Kreuzfahrt zum Polarkreis

Jugendstil am Geierangerfjord

Am Eingang des wohl bekanntesten Fjord Norwegens – dem Geierangerfjord – liegt die Hafenstadt Alesund. Traurige Berühmtheit erlangte die Stadt nach dem Großbrand von 1904. Ausgelöst durch eine umgekippte Petroleumlampe brannte das Feuer über 16 Stunden lang und zerstörte und 850 Holzhäuser. Über 10.000 Einwohner wurden obdachlos. Kaiser Wilhelm II, ein glühender Norwegenverehrer, ordnete damals sofortige Hilfeleistungen an. Nach einem Erlass durften Häuser nur noch aus Stein gebaut werden und man errichtete ein völlig neues Stadtzentrum im Jugendstil.

Strahlender Sonnenschein begleitet die Queen Victoria beim morgendlichen Anlegemanöver im Hafen von Alesund ein. Das Stadtzentrum breitet sich am Fuße des Hausbergs Aksla aus und besticht durch seine reizvolle Lage auf mehreren vorgelagerten Inseln. Der Hafen liegt sehr zentral und alle Sehenswürdigkeiten sind gut zu Fuß erreichbar. Das farbenfrohe und freundliche Stadtbild macht Lust auf eine Erkundungstour. Daher lassen wir uns heute einfach mal durch die Stadt treiben und erkunden diese auf eigene Faust.

Auffällig ist die Sauberkeit und die liebevollen Details – überall finden sich gepflegte Blumenbeete, nette Geschäfte und einladende Cafés. Auch moderne Einkaufzentren laden zum Bummeln ein. Das Stadtzentrum erstreckt sich über die beiden Inseln Aspoya und Norvoya. Das berühmte Jugendstilviertel (Jugenstilsenteret) versprüht, mit seinen Kanälen und Bootsanlegern, ein ganz besonders Flair und besticht durch seinen unverwechselbaren Charakter.

Stadterkundungen machen hungrig – Zeit für eine kleine Mittagspause und eine echte norwegische Spezialität. Ein Café mit Sonnenterrasse serviert heute als Tagesgericht Krabbensuppe. Sehr lecker! Zeit, ein paar Postkarten an die Lieben zu Hause zu schreiben und den weiteren Tag zu planen.

Es liegt wohl in unseren Genen, dass es uns immer auf die Berge zieht. Vom Hausberg Aksla soll man einen tollen Blick haben – gesagt, getan! Der Weg führt durch den Stadtpark vorbei an einem Denkmal des Wikingers Hrolf Ganger. „Ganger-Rov“ ist ein direkter Vorgänger von Wilhelm dem Eroberer und somit des englischen Königshauses. Gehuldigt wird auch dem deutschen Kaiser Wilhelm II. Zum Dank für seine Hilfe beim Wiederaufbau der Stadt 1904 wurde ein 7 Meter hoher Obelisk errichtet. 418 Stufen führen vom Stadtpark hinauf auf den Hausberg Aksla. Die Mühe lohnt sich, denn der Aussichtspunkt Fjellstua bietet einen wunderbaren Blick auf die Stadt, das Meer mit seinen vorgelagerten Inseln und die Sunnmore-Alpen.

Einen ganz besonderen Abschluss findet der heutige Tag beim Auslaufen. Die euphorische Verabschiedungszeremonie eines Schleppers lockt nochmal viele Passagiere an Deck. Auch unser Kapitän hat hörbar Freude an diesem Spektakel und lässt das Schiffshorn mehrmals erklingen. Alesund verabschiedet sich mit strahlendem Sonnenschein und atemberaubender Kulisse von uns.

Die Queen Victoria nimmt Kurs auf Akureyri im Norden Islands. Vor uns liegt ein Seetag der uns 356 Seemeilen durch den Arktischen Ozean nach Westen führt.

2 Antworten auf „Kreuzfahrt zum Polarkreis“

  1. Wow, cooler Bericht (im wahrsten Sinne des Wortes) und wunderschöne Bilder. Endlich mal keine so larifari-schnell-schnell Berichte. Das sieht nach viel Arbeit aus. Bin echt begeistert!! Wann gibts mehr davon?

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