Weltreise 2019: Tauranga | Neuseeland | Geysire und heiße Quellen im Neuseeländischen Regenwald

Tag 49 unserer Weltreise: Die Wolken hängen tief und es regnet heute morgen. Wie einst James Cook, fährt Queen Victoria heute morgen in die Bay of Plenty (Bucht des Überflusses) ein und macht am Terminal von Tauranga fest. Kia ora, willkommen in Neuseeland!

Tauranga City liegt rund 150 km südöstlich von Auckland. Der Port of Tauranga ist hinter Auckland der zweitgrößte Hafen Neuseelands. Von hier aus werden Waren wie Holz, Salz und landwirtschaftliche Produkte, im speziellen Kiwi sowie Fleisch und Fleischprodukte exportiert.

Außerdem bildet der Tourismus einen sehr wichtigen Wirtschaftssektor. Zum Beispiel ist Tauranga zu einem wichtigen Feriensitz für viele reiche Neuseeländer geworden, die dort am Strand eines der sehr teuren Ferienhäuser besitzen. Und auch zahlreiche Kreuzfahrtunternehmen nutzen diesen Hafen als Ausgangspunkt für Tagesausflüge zu den geothermischen Attraktionen des Rotorua Lakes Distrikts.

Auch wir werden uns heute dieses besondere Naturschauspiel genauer ansehen und fahren mit dem Bus Richtung Süden ins Landesinnere. Vorbei an unzähligen Kiwi-Plantagen und einer üppig bewachsenen Hügellandschaft mit exotischer Vegetation, machen wir den ersten Stopp an diesem Morgen im Naturreservat Rainbow Springs.

Hier wird die lokale Tier- und Pflanzenwelt auf anschauliche Weise präsentiert und dem Besucher nähergebracht. Zu sehen sind neben dem neuseeländischen Riesenfarn auch Mammutbäume, verschiedene Vogelarten (Kiwi), Reptilien und riesige Regenbogenforellen, die Namensgeber des Naturparks sind.

Unser nächster Stopp führt uns nach Rotorua, am Südufer des gleichnamigen Lake Rotorua. Diese Region gehört zu den beliebtesten Attraktionen der Nordinsel. Neben einer sehr lebendigen Maori-Kultur ziehen vor allem die geothermischen Felder mit ihren Geysiren und Thermalquellen die Besucher in ihren Bann.

Unweit des Zentrums von Rotorua erstreckt sich das gepflegte Grün des Government Gardens. Das ehemalige Badehaus im Tudor-Fachwerkstil bildet das Herzstück des Ensembles.

An vielen Stellen steigt Wasserdampf aus dem Boden auf. Ein leichter Schwefelgeruch liegt in der Luft. Der Badebetrieb findet heute jedoch nur noch im benachbarten ‚Polynesian Spa’ statt – das zu den besten Spa´s der Welt zählt.  

Überzeugen können wir uns davon heute leider nicht persönlich, denn am Ufer des Lake Rotorua wartet bereits die „Lakeland Queen“, ein Schaufelraddampfer, der bereits etwas in die Jahre gekommen ist. Die Rundfahrt über den See ist jedoch sehr angenehm und dauert eine Stunde. Die Landschaft ist stark von europäischen Einflüssen geprägt und erinnert ein wenig ans schweizerische Tessin.

Leider behindern Regenschauer die Sicht und so bleibt keine andere Wahl, als sich am Lunch-Buffet den lokalen Genüssen näher zu widmen. Anschließend wird uns noch die Kultur der Ureinwohner Neuseelands nähergebracht und wir dürfen dem furchterregenden „Haka“ beiwohnen. Eine örtliche Maori-Tanzgruppe zelebriert mit lautstarken Drohgebärden und Furcht einflößenden Fratzen das traditionelle Tanzzeremoniell – Mutige dürfen sogar mitmachen.

Nach so viel geballter Maori-Kultur erwartet uns nun das Highlight des Tages: Im größten Thermalgebiet des Landes liegt das Wai-o-tapu Thermal Wonderland. Stets in weiße Dämpfe gehüllte, ist es eines der aktivsten geotermalen Systeme der Erde und hat viele verschiedene Attraktionen zu bieten.

Auf über 18 km2 erstreckt sich ein Naturschutzgebiet mit Geysiren, brodelnden Schlammlöchern, giftig-gelben Schwefelseen und heißen Quellen. Das Highlight ist der prickelnde „Champagner Pool“, welcher von orangefarbenen Ablagerungen gesäumt wird und die größte Sinter Terrasse der südlichen Hemisphäre speist.

Das Areal besteht aus drei Rundkursen, die teilweise über unwegsames Gelände führen und festes Schuhwerk erfordern; und für den heutigen Tag auch wetterfeste Kleidung. Die bizarren Gesteinsformationen und farbigen Ablagerungen bilden ein einmaliges Naturschauspiel.

Auch die örtliche Fauna ist äußerst ungewöhnlich und erfordert mindestens eben so viel Beachtung wie die heißen Quellen. Rostrotes Buschwerk mit feinen Verzweigungen, azurblaue Beeren und sattgrüne Blätter zaubern am Wegrand eine ungewöhnliche Kulisse mit bizarrem Formenspiel.

Es wird Zeit zum Schiff zurückzukehren. Die Fahrt dauert ca. 1h und führt uns durch die Berge hinab ins Tal, wo Kiwi-Plantagen die Straße säumen. Da die Kiwi empfindlich auf Zugluft reagiert werden die Plantagen von meterhohen Hecken geschützt. Tauranga und insbesondere die angrenzende Region um Te Puke im Osten und Katikati im Westen sind Neuseelands größte Kiwianbaugebiete. Die Kiwifrucht wird hier das ganze Jahr über angebaut und dann in alle Welt exportiert. Mehr und mehr an Bedeutung gewinnt auch der Anbau von Avocados, Tamarillos und anderen Südfrüchten.

Wir verabschieden uns von Tauranga und nehmen nördlichen Kurs auf die 325 Seemeilen entfernte Großstadt Auckland.

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