Weltreise 2019: Port Elizabeth | Südafrika | Immigration-Chaos und die BIG FIVE

Der Kalender zeigt Mittwoch, den 10. April 2019. Queen Victoria steuert heute das südafrikanische Port Elizabeth an. Die bedeutende Hafenstadt an der Algoa Bay liegt in der Provinz Eastern Cape und ist nicht nur für ihre unberührten, kilometerlangen Strände bekannt. Entlang der Küste können Wale, Delfine und seltene Meeresvögel beobachtet werden. Am Vorabend hatten wir das große Glück, dass eine eine riesige Delfin-Herde plötzlich vor der Küste auftauchte und unsere Reiseroute kreuzte. Ein unvergessliches Erlebnis, das noch viele Tage später für Gesprächsstoff unter den Reisenden sorgte.

Außerhalb der Metropolregion Port Elizabeth leben in Wildreservaten Elefanten, Nashörner und anderes Großwild, das wir uns beim unserem heutigen Ausflug näher ansehen wollen. 

Nach drei entspannten Tagen auf See holt uns heute morgen die Realität ein. Das Einreiseprozedere für Südafrika verlangt den Passagieren der Queen Victoria heute starke Nerven und Durchhaltevermögen ab. Wer eine Tour gebucht hat, muss morgens pünktlich von Bord – und das trifft heute auf die meisten der rund 1.800 Passagiere zu. Bereits um 06:45 Uhr warten die Ersten vor dem Queens Room um sich den Einreiseformalitäten der lokalen Behörden zu unterziehen. Schnell wächst die Gruppe der Wartenden zu einer langen Schlange heran, die sich quer über Deck 2 erstreckt und innerhalb kürzester Zeit zu einem mittleren Chaos entwickelt. Man fragt sich was hier gerade schief läuft.

Glücklich, wer nach ca. 1,5 h endlich die Einreise bewältigt hat, denn auf den wartete an Land schon das nächste Desaster. Wo sind die Busse? Die Tourguides von Cunard wirken hilflos und absolut unorganisiert… keiner weiß Bescheid oder kann Auskunft geben. Eine Situation, die absolut unakzeptabel ist, wenn man bedenkt, dass für den heutigen Ausflug zur Kariega Game Reserve 500,- USD aufgerufen werden!

Zu Belustigung und wohl auch zur Beruhigung der aufgebrachten Menge wird eine Tanzgruppe geschickt, die versucht, mit afrikanischer Folklore die Wartezeit zu überbrücken und gute Laune zu verbreiten…ein netter Versuch.

Nach einiger Zeit dringt dann die Information zu uns, dass einige Busse außerhalb der „Restricted Area“ am Hafen warten sollen. Wir machen uns auf eigene Faust auf und finden, nach längerer Suche, endlich unseren Bus Nummer 22. Wir sind offensichtlich die Ersten vor Ort und leider dauert es weitere 30 Min. bis sich die Reisegruppe komplett eingefunden hat – die Stimmung ist bei vielen erstmal im Keller!

Mit 45-minütiger Verspätung geht es dann endlich los. Das Ostkap verfügt über die größte Flora und Fauna Vielfalt der südafrikanischen Provinzen: goldgelbe Savanne, saftiges Grasland und üppige Busch- und Waldlandschaft säumen die gut ausgebaute Schnellstraße, die nur von wenigen Autos und LKW´s befahren wird. Entlang der Sunshine Coast geht es durch den Ado National Park, zum kleinen Küstendorf Kenton-on-Sea. Unser heutiges Ziel, das Kariega Wildreservat, liegt östlich von Port Elizabeth, am Ende der berühmten Garden Route.

Kariega ist ein privates, von der Besitzerfamilie geführtes Wildreservat, das sich über 10.000 Hektar unberührter Wildnis erstreckt. Dieses malariafreie Gebiet ist eines der reichsten Biotope im südlichen Afrika und Heimat der Big Five (Elefant, Nashorn, Löwe, Leopard, Wasserbüffel). Die Begegnungen mit der afrikanischen Tierwelt steht für alle von uns heute im Mittelpunkt. Auch wenn es keine Garantie dafür gibt, so sind die Erwartungen doch hoch.

Wir werden von einem erfahrenen Ranger begleitet, der uns im offenen Geländewagen durch das Reservat führt. Die Landschaft ist atemberaubend: Gleich zu Beginn treffen wir auf eine Gruppe Giraffen, die uns den Weg versperrt. Die Riesen sind zum greifen nah und lassen sich durch unsere Anwesenheit in keiner Weise stören – wir müssen umkehren und setzen unsere Tour auf einer alternativen Route fort.

Quer Feld ein geht es im offenen Jeep durchs Gelände. Über Schotterwege, durch kleine Flussläufe und abseits der Piste durch das Unterholz. Man wird ordentlich durchgerüttelt auf der Suche nach den BIG FIVE.

Infiziert vom Safarifieber, halten alle gespannt die Augen offen, denn man weiß nie welche afrikanischen Buscherlebnisse hinter dem nächsten Baum auftauchen. Zebras, Springböcke, Gnus, Kudus und Antilopen tauchen vor unsere Kameralinse auf und lassen sich ungestört in ihrem Lebensraum beobachten.

Plötzlich taucht ein Elefantenbulle auf, der gemächlich durch das Unterholz streift. Er gekört zu einer Gruppe von 16 Elefanten, die hier im Reservat beheimatet sind.

Über Funk bekommt unser Ranger eine Meldung, dass ein Löwe gesichtet wurde. Die Ortsangaben sind nur vage, aber er nimmt sogleich Fährte auf: es dauert eine ganze Weile, bis wir den König der Tiere – gut getarnt unter einem schattigen Dornbusch – aufspüren.

Nur wenige Meter vom Wagen entfernt, liegen zwei der gefährlichen Raubkatzen und räkelt sich verschlafen im Gras. Sie scheinen die Aufmerksamkeit der Zuschauer regelrecht zu genießen und lassen sich ganz ungestört die Sonne auf den Bauch scheinen.

Das Naturreservat reicht vom Kariega bis zum Bushmans River und bietet unzählige spektakuläre Ausblicke. Wir fahren talabwärts in eine Flussebene um unsere Liste der BIG FIVE zu komplettieren. Da es vor Kurzem erst geregnet hat, erstreckt sich rund um den Flusslauf ein Meer aus weißen Blüten.

Am Fuß der Klippen sieht man schon von weitem Nashörner und Wasserbüffel grasen. Vorsichtig nähert sich unser Jeep den scheuen Tieren um diese aus nächster Nähe zu beobachten.

Die Zeit vergeht wie im Flug und wir beschließen unser Safarierlebnis mit einem afrikanischen Lunch in der Main Lodge des Reservates. Das traditionelle Holzgebäude liegt direkt am Hang oberhalb des Kariega und offeriert spektakuläre Ausblicke auf die umliegende Landschaft.

Trotz holprigem Start, durften wir heute wieder einen aufregenden Tag mit vielen neuen Eindrücken und außergewöhnlichen Momenten erleben. Gegen 19:30 Uhr heißt es dann wieder „Alle an Bord“ und wir stechen in Richtung Kapstadt in See. 10

 

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