Weltreise 2019: Kapstadt | Südafrika | Am Kap der guten Hoffnug“

Es ist 05:00 Uhr: Frühaufsteher werden heute Morgen mit einem majestätischen Blick auf Kapstadt, den Tafelberg und die Kap-Halbinsel belohnt. Guten Morgen aus Südafrika!

Die „Mutterstadt“, wie sie liebevoll von den Südafrikanern genannt wird, weiß, wie sie die Herzen der Menschen im Sturm erobert. Gut geschützt am Fuße des Tafelbergs besticht die Metropole mit ihren rund 4 Mio. Einwohnern durch ihr angenehm-mediterranes Klima, weitreichende Strände und zahlreiche Sehenswürdigkeiten, wie Museen, Gärten und eine lebendige Restaurantszene. Wer neben mondänem Stadtleben auch die Ruhe der Natur sucht wird im angrenzenden Naturreservoir Tafelberg fündig. Bis zum Kap der guten Hoffnung – dem südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents – sind es nur 65 km

06:15 Uhr: Unsere Agenda für den heutigen Tag ist ambitioniert und ein frühzeitiger Aufbruch daher unumgänglich – wir sind schließlich nicht im Urlaub 😉. Das Wetter ist leider wenig vielversprechend. Unser erstes Ziel – der Tafelberg – hüllt sich in Nebel und dunkle Wolken, es regnet. Da man in Kapstadt innerhalb eines Tages 4 Jahreszeiten erleben kann, ändern wir kurzerhand die Reiseroute und fahren zuerst ans Kap der guten Hoffnung, vielleicht ändert sich das Wetter bis zum Nachmittag

Wie herrlich der Nobelvorort Camps Bay Beach, mit seinen prächtigen Villen und Ferienhäusern, von der Bergkette der Zwölf Aposteln eingerahmt wird, lässt sich bei der momentanen Wetterlage leider nur erahnen. Die Wolken hängen tief und immer wieder ziehen Schauer auf. Von der sonst so spektakulären Fahrt über den Chapman´s Peak Drive bekommen wir leider auch nur sehr wenig mit, denn die Sicht ist auch hier durch die ungünstige Wetterlage schlecht.

Ein erster Lichtblick ist daher die Pinguin-Kolonie am Boulders Beach. Hier leben rund 3.000 der flugunfähigen Seevögel in freier Wildbahn und lassen sich aus nächster Nähe beobachten. Ein großes Vergnügen, das uns das schlechte Wetter erstmal vergessen lässt.

Für die Mittagsstunden ist Wetterbesserung vorhergesagt – auch wenn es momentan noch gar nicht danach aussieht. Nach einer halben Stunde Fahrt erreichen wir die Grenze des Naturreservats Kap der Guten Hoffnung. Eine  mautpflichtige Straße führt durch karg bewachsene Hochebenen, deren Küsten steil ins Meer abfallen. Hin und wieder sieht man Strausse oder Bergzebras am Wegrand.

Das Kap der Guten Hoffnung, an der Südspitze Afrikas, war über Jahrhunderte von Seefahrern gefürchtet. Das hohe und steile Kliff mit seinem vorgelagerten Felsstrand ragt weit ins Meer hinaus und markiert den südwestlichsten Punkt Afrikas, nicht den Südlichsten (das ist das Kap Agulhas).

Direkt unter den Klippen erstreckt sich eine Felsenlandschaft, die sich unter Wasser auf das Meer ausdehnt. Die meisten Felsen befinden sich nur 50 cm bis 3 m unter der Wasseroberfläche, und ragen mit ihren Spitzen bei Niedrigwasser manchmal mehr, manchmal auch gar nicht aus dem Wasser. Eine weitere Gefahr geht von den starken Winden am Kap aus. Selbst wenn ein Segelschiff diesen Ort eigentlich weit genug umfährt, wird es wieder in Richtung Küste gedrückt, und läuft so Gefahr auf die Felsen aufzulaufen. 23 Schiffe, die dort als Wrack auf dem Meeresgrund liegen, dokumentieren die Gefahr, die von diesem harmlos wirkenden Felsmassiv ausgeht.

Direkt am Kap macht die afrikanische Küste einen Schwenk nach Osten und die Passage in den Indischen Ozean beginntHier treffen der kalte Benguelastrom aus dem Atlantik und der warme Agulhasstrom aus dem Indischen Ozean zusammen. In dieser Tatsache vermutet man auch die Namensgebung „Kap der Guten Hoffnung begründet. Die im Atlantik südwärts segelnden Seefahrer konnten hier früher eine steigende Wassertemperatur erkennen. Dies zeigte ihnen auf, dass dieses Wasser aus wärmeren Regionen stammte und die Südspitze Afrikas nicht mehr weit entfernt sein dürfte. Eine eindeutige Klärung, woher der Name stammt, existiert allerdings nicht.

Während das Kap der Guten Hoffnung vollständig naturbelassen ist und keinerlei touristische Infrastruktur hat, befindet sich in direkter Nachbarschaft (2 km) das Cape Point (dt. Kap-Spitze), welches das östliche Ende der Kap-Halbinselmarkiert. Cape Point wird häufig als Punkt des Aufeinandertreffens der beiden Ozeane bezeichnet, denn die Bucht östlich von Cape Point hat stets eine höhere Wassertemperatur als die westliche Meeresseite.

Auf dem höchsten Punkt des Kliffs, 238 m über dem Meer, wurde im Jahre 1859 ein Leuchtturm errichtet. Da dieser erste Leuchtturm jedoch zu hoch und zu weit von der Küste entfernt steht, verlor sich sein Licht im Nebel, der sich auf seiner Höhe zu oft bildet. Ein tragisches Schiffsunglück mit 700 Toten gab schließlich den Ausschlag, zum Bau eines neuen Leuchtturms, näher am Wasser (Diaz Point, 87 m).

Über Treppen oder mit der kleinen Standseilbahn, dem Flying Dutchman, lassen sich die ersten Höhenmeter bequem überwinden. Ein Wanderweg an den steil abfallenden Kliffwänden führt weiter zum alten Leuchtturm und einer Aussichtsplattform mit Blick auf den neuen Leuchtturm und das Kap der Guten Hoffnung.

Im Restaurant 2 Oceans, unterhalb des Leuchtturms, wird für uns ein schmackhaftes Mittagessen serviert und wie der Name schon sagt, genießt man von hier einen sagenhaften Ausblick auf beide Ozeane, während man seinen Hunger stillt. Der Service ist freundlich, die Speisen frisch zubereitet und äußerst schmackhaft. Eine gute Basis, um zu unserer letzten Etappe für den heutigen Tag aufzubrechen. Das Wahrzeichen Kapstadts – der Tafelberg –  wartet noch auf unsere „Erstbesteigung“ und wir hoffen, dass das Wetter diesmal mitspielt.

Der Tafelberg (englisch: Table Mountain) gehört zu den meistbesuchten Touristenattraktionen in Südafrika und ist Teil des im Mai 1998 gegründeten Table-Mountain-Nationalparks. Wohl kaum ein anderer Berg prägt die Silhouette einer Stadt so sehr wie dieses gewaltige Felsmassiv. Neben einer großen Zahl von Wanderwegen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden führt auch eine Seilbahn auf den Tafelberg. Die Table Mountain Aerial Cableway überwindet einen Höhenunterschied von 700 Metern.

Die Pendelbahn ist mit rotierenden Kabinen ausgestattet, die sich während der Fahrt um sich selbst drehen. So erhält jeder Passagier einen 365°-Blick. Die Kabinen fahren auf zwei Tragseilen und werden von einem Zugseil bewegt. Auf der 1.200 Meter langen Strecke gibt es keine Stützen.

Die Fahrt ist aufregend. Wir durchqueren ein Wolkenband das auf der Mitte der Bergkette hängt und nach wenigen Augenblicken klart plötzlich der Himmel auf und man betritt eine paradiesische, hochalpine Welt.

Der höchste Punkt des Tafelberges ist Maclear’s Beacon am nordöstlichen Ende des Felsplateaus mit 1.087 m. Der Tafelberg umfasst eine Gesamtfläche von rund 6.500 Hektar. Zum Massiv des Tafelberges gehören Devil’s Peak (1.002 m), Lion’s Head (668 m), Signal Hill (350 m) sowie die Berge der Zwölf Apostel.

Bei der Rückfahrt vom Plateau zur Talstation werden wir nochmal mit einem außergewöhnlichen Blick über die Stadt und den Hafen belohnt. Wo könnten Seefahrer besser einen gelungenen Tag beschließen als in einem der zahlreichen Restaurants und Bars an der V&A Waterfront. Nur wenige Minuten vom Cruise Terminal entfern herrscht reges Treiben. Wir lassen den Tag bei einem guten Glas südafrikanischen Wein und Tapas revuepassieren und beschließen, diesen Teil der Stadt morgen nochmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Gute Nacht!

 

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