Weltreise 2019: Colombo | Sri Lanka | Ceylon Tea Experience

Im Rahmen unserer Weltreise 2019 steuern wir heute die „Träne Indiens“ an. Sri Lanka (singhalesisch ශ්‍රීලංකා)ist eine Inselnation südöstlich des indischen Subkontinents, zwischen 6° und 10° nördlicher Breite und zwischen 79° und 82° östlicher Länge. Es misst etwa 445 Kilometer in Nord-Süd und 225 Kilometer in Ost-Westlicher Richtung. Die Insel mit endlosen weißen Sandstränden, historischen Städten, freundlichen Menschen und günstigen Preisen lockt seit Jahren Besucher von Nah und Fern an. Durch ihre besondere Lage bildete die Insel seit der Antike einen strategischen Knotenpunkt für die Seefahrt zwischen Vorder- und Südostasien. 

Sri Lanka ist bekannt für die Produktion und den Export von Ceylon-Tee, Kaffee, Kautschuk und Kokosnüssen.

Seit unserem letzten Hafen in Kuala Lumpur – vor drei Tagen – hat Queen Victoria 1640 Seemeilen zurückgelegt und steuert am frühen Morgen den Hafen von Colombo / Sri Lanka an. Das Wetter ist seit Tagen unverändert. Man gewöhnt sich aber allmählich an die tropischen Temperaturen und die schwül-warme Umgebung rund um den Äquator. Der östliche Containerhafen liegt ca. 25 km außerhalb der Metropole Colombo und fällt unter die Kategorie „touristisch absolut unattraktiv“. Der erste Blick am Morgen vom Balkon bestätigt dies. Zu meiner Überraschung werde ich von einem vorbeifahrenden Containerlastenkran-Führer auf Augenhöhe (Deck 8) sehr freundlich begrüßt. Ich winke zurück.

NOTIZ: Immer in angemessener Kleidung auf den Balkon treten, denn man weiß nie was/wer Einen erwartet 😉 Good Morning Sri Lanka!

Nach einem schnellen Frühstück im Lido-Buffet-Restaurant geht es auch schon los zum heutigen Landgang. Eine „Ceylon Tea-Experience“ führt uns heute in die Provinz Matara, die im Süden der Insel liegt. Ein komfortabler und sogar klimatisierter Bus steht für unsere Tagestour bereit. Sympathisch: Die Regulation der Klimaanlage findet hier auf ganz individuelle Art und Weise statt.

Doch bevor wir unser erstes Ziel erreichen gilt es die Herausforderungen des morgendlichen Verkehrs zu bewältigen. Unzählige Tuk-Tuks (dreirädrige Rikschas) bevölkern die Straßen von Colombo, Fußgänger laufen kreuz und quer, LKW´s hupen sich den Weg frei. Ein Mikrokosmos, der seine eigenen Regeln zu haben scheint.

Doch soviel sei vorausgeschickt. Wir kommen am Abend wieder heil und unbeschadet zum Schiff zurück.

Nach ca. 3/4 h „Fahrt“ verlassen wir das Stadtgebiet von Colombo und fahren entlang des kostenpflichtigen Express-Way 1 (E01) in Richtung Süden. Unser erster Stopp führt uns zu einer Kautschuk-Plantage. Hier wird auf sehr traditionelle Weise der weiße, klebrige Saft des Gummibaums gewonnen. Die Rinde des Baums wird händisch angeritzt und der austretende Saft in kleinen Behältern aufgefangen. Der Milchsaft schmeckt angenehm, ähnlich süßem Rahm und ist genießbar. Sri Lanka gehört mit rund 92T Tonnen Kautschuk jährlich zu den Top-Produzenten in der Welt.

Um die Menge einer halben Kokosnuss zu gewinnen braucht es ca. 3 Stunden und jede Menge Geduld. Verwendet wird das weiße Gold heute für die Herstellung von Autoreifen, Latexproduktion und technischen Produkten aus Naturkautschuk.

Nach einer kurzen Live-Demonstration geht es auch schon weiter zur GALABODA Tee Plantage. Der renommierte Familienbetrieb hat sich ganz und gar der organischen Tee- und Gewürzproduktion verschrieben. Auf 50 ha wird preisgekrönter Ceylon-Tee und verschiedene Gewürze angebaut und verarbeitet. Wir dürfen heute einen Blick hinter die Kulissen werfen und erfahren mehr über den Anbau, die Verarbeitung und die Veredelung von Tee.

An den Hängen rund um das Anwesen wächst der Teestrauch Camellia sinensis. Dieser gehört zur Gattung der Kamelien und ist eine immergrüne Pflanze. Da die Sträucher bis zu mehrere Meter hoch werden können, werden diese regelmäßig beschnitten, so dass sie sich bereits in Bodennähe stark verzweigen und möglichst zahlreiche der begehrten zartgrünen Triebe bilden.

Zur Herstellung von Schwarztee eignen sich insbesondere die jungen Triebe der Teepflanze. Sie sind hellgrün und haben silbrig schimmernde Härchen. Im Idealfall sind es zwei Blätter und eine Knospe. Größere Blätter werden mit gepflückt, wenn sie noch zartgrün sind. Etwa einmal pro Woche werden die Pflanzen abgeerntet. Gepflückt wird in Sri Lanka immer noch manuell, es ist eine schlecht bezahlte Tätigkeit, die überwiegend von tamilischen Frauen ausgeübt wird

Zwischen den Teesträuchern wachsen Palmen, Bäume und Gewürze die nicht nur als Schattenspender dienen, sondern auch zur Veredelung des Schwarztees verwendet werden.

Wie aufwändig die Herstellung von Zimtstangen ist, zeigen uns zwei Herren. Mit einfachen Werkzeugen werden die Äste des Zimtbaumes von der Rinde befreit. Durch Druck und Reibung werden die Zimtaromen aktiviert und das Holz verfärbt sich braun. Nun werden dünne Schichten von der Oberfläche mit einem Messer abgetragen und Schicht für Schicht zusammengerollt. Neben Zimt wächst auf der Plantage auch Jasmin, schwarzer Pfeffer, Jackfrucht, Mango und vieles Mehr.

Die Pflückerinnen bringen nun ihre vollen Körbe in die Teefabrik. Die frisch gepflückten Teeblätter werden gewogen und mit einem alten Materiallift – der noch aus der britischen Kolonialzeit stammt – in den Trockenboden transportiert.

Die frisch geernteten Blätter kommen auf eine große Darre, in der tropischen Hitze beginnen sie zu welken. Um den Vorgang zu beschleunigen, wird von unten Warmluft durch das Schüttgut geblasen, so verlieren die Blätter im Verlaufe eines Tages rund die Hälfte ihres Gewichtes.

Anschließend kommen die Teeblätter in eine Maschine, in der sie leicht zusammengepresst und dabei gerollt werden. Dabei zerreißen die feinen Blätter, ihr Zellsaft kommt mit Luftsauerstoff in Berührung und oxydiert. Bei dieser Oxidation entsteht die typische braune Farbe. Anschließend müssen die Teeblätter bei über 100°C getrocknet werden. Beim Grüntee und beim weißen Tee wird die Oxidation unterbunden, indem die Blätter vor dem Rollen kurz erhitzt werden.

Nach dem Trocknen wird der Schwarztee gesiebt und nach Größe und Farbe sortiert. Folgende Qualitätsbezeichnungen gibt es bei Schwarz Tee: Orange Pekoe: Diese Bezeichnung für Schwarzen Tee hat nichts mit Orangen zu tun. Das Erntegut hat oft einem hohen Anteil an größeren Blättern. Im Handel ist die Bezeichnung Blatttee oder OP gebräuchlich.

BOP bedeutet Broken Orange Pekoe, gewonnen aus den jungen Trieben mit kleinen Blättern und Blattknospen.

BOPF hier steht das F für Flowery, gemeint sind die Blütenknospen an den Enden der Triebe. Diese Sortenbezeichnung steht für die höchste Qualitätsstufe.

Fanning bzw. Dust: Die feinsten Teepartikel sind so klein wie Staubkörner. Etwas größere Partikel bis ca. 1 mm bezeichnet man als „Fanning“. Diese beiden Sorten werden üblicherweise für Teebeutel benutzt, da sie recht schnell ziehen.

Anschließend folgt die Mischung mit anderen Geschmacksstoffen oder aber der Tee kommt zur Verpackung und gelangt in dieser Form zum Kunden. Bei der anschließenden Verkostung hat man Gelegenheit das Gelernte in der Praxis anzuwenden und alle Qualitätsstufen zu verkosten.

Schwarze Ceylon-Teesorten zeichnen sich durch einen mittelkräftigen, herben, leicht malzigen, frischen und zum Teil an Zitrusfrüchte erinnernden Geschmack aus. Sie sind ergiebig und relativ unempfindlich gegen hartes Wasser. Seltener wird Ceylon als grüner Tee angeboten. Ceylon ist häufig Hauptbestandteil der typisch englischen Teemischungen.

Leider müssen wir schon wieder an den Heimweg denken, denn es liegen noch 3 h Fahrweg vor uns. Wir sind begeistert vom heutigen Tag, den vielen Eindrücken, den herrlich grünen Landschaften und der Freundlichkeit der Menschen auf Sri Lanka. Ein Wiedersehen ist geplant.

Für heute verabschieden wir uns aus Sri Lanka und freuen uns auf die nächste Station unserer Weltreise: Mauritius.

Schiff ahoi!

 

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