Weltreise 2019: Bermuda – Farbenpracht im Atlantik

Etwa 600 Seemeilen vor der Ostküste der Vereinigten Staaten liegen „Die Bermudas“, eine Gruppe von rund 180 Inseln, die zum Vereinigen Königreich gehören. Über die Jahrhunderte hat sich aus Kalkstein, zerkleinerten Muscheln und Korallen das Land über dem Meeresspiegel gebildet. Ca. 64.000 Einwohner bevölkern zurzeit den Inselstaat. Die sieben größten Inseln sind durch Hochstraßen und Brücken miteinander verbunden. Mehr als 25.000 Paare verbringen hier jedes Jahr ihre Flitterwochen und die berühmten Bermuda-Shorts werden mit Blazer, Kragenhemd, Krawatte und knielangen Strümpfen getragen.

Nach 6 Tagen auf hoher See und einer ruhigen Überfahrt freut sich Jeder, wieder Land unter den Füßen zu spüren. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreicht Queen Victoria das Inselarchipel im Atlantik und macht am Royal Naval Dockyard fest.

Das historische Royal Naval Dockyard war 150 Jahre das Symbol für Großbritanniens militärische Macht im Atlantischen Ozean. Errichtet 1856 fungierte die Festung als Lagerhaus für die British Royal Navy und Militärbasis im Atlantischen Ozean. Doch die Kriegsschiffe sind lange Vergangenheit. Heute ist das Dockyard, neben der Hauptstadt Hamilton, eine beliebte Einkaufsdestination auf den Bermudas. Aber auch unter sportbegeisterten Seglern ist dieser Ort als Stützpunkt des legendären Americas Cup bekannt.    

Das Wetter ist – entgegen der Vorhersage – freundlich und mit 18°C eine echte Wohltat gegenüber den vergangenen Tagen. Vor allem wenn man bedenkt, dass Europa zurzeit unter extremen Schneefällen leiden. Preston, unser einheimischer Guide, begleitet uns auf unserer Inselrundfahrt.

Wir beginnen unsere Tour im äußersten Norden der Insel. Über Sommerset Village und die Hog Bay gelangen wir in den Süden der Insel. Gepflegte Villen, blühende Bäume, Palmen und farbenfrohe Bungalows säumen die gepflegten Straßen. Im morgendlichen Sonnenlicht strahlt das Meer in atemberaubenden türkis-blauen Farben und die sattgrüne Flora und Fauna bildet den perfekten Rahmen für fast schon kitschige Postkartenmotive.

Die Bermudas erstrecken sich über unzählige kleinere und größerer Inseln. Den besten Blick über das farbenfrohe Archipel hat man vom Gibb´s Hill Lighthouse. Der historische Leuchtturm steht  auf einer kleinen Erhebung im Süden und kann gegen eine geringe Gebühr von 2 USD erklommen werden. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick über die Great Sound Bucht (Richtung Norden) und den berühmten Surfer Hot Spot Horseshoe Beach im Süden.

Bis in die Hauptstadt ist es von hier aus nicht mehr weit. Hamilton ist eine kleine, freundliche aber lebendige Stadt. Hier schlägt das kommerzielle Herz der Bermudas. Längst schon hat sich die einst kolonial geprägte Skyline der Stadt verändert und viele moderne Gebäude erheben sich zwischen den pastellfarbenen Herrenhäusern entlang der Front Street.

Hier lebt nicht nur ein Großteil der  rund 64.000 Insulaner, auch das Kapital hat hier ein neues zuhause gefunden. Zwischen 1999 und 2002 hat sich hier eine dramatische Veränderung vollzogen. Off-Shore Firmen und Rückversicherer haben die Bermudas für sich als Steuer-Paradies entdeckt und ihre Headquarter entlang der Waterfront errichtet. Ein Gesetz besagt, dass kein Gebäude höher als die Kathedrale sein darf. Jedoch reicht das Gebäude der Bank of Bermuda sehr nahe an die vorgegebene Baugrenze – ein Schelm wer böses dabei denkt! Unsere Zeit ist heute leider begrenzt, daher bleiben wir nur für einen kurzen Stopp in der Hauptstadt und fahren auch schon weiter in den Nord-Osten der Insel.

Die ehemalige Hauptstadt St. George bildet das historische Erbe der Inseln und gehört heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Rund um den alten Hafen erstrecken sich enge Gassen mit liebevoll restaurierten kleinen Häusern und mit den gewohnt bunten Fassaden. Dazwischen lockern immer wieder blühende Blumen, Palmen und exotische Pflanzen das Stadtbild auf.

Es ist eine wahre Freude, durch die Gassen zu schlendern und die vielen Details und liebevoll gestalteten Schaufenster der Läden zu betrachten.

Die Zeit vergeht wie im Flug und wir müssen leider schon wieder an den Rückweg denken. Da die Straßen auf den Bermudas eng sind und eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Meilen/Stunde gilt, muss mindestens 1,5 h für die Fahrt zum Schiff eingeplant werden.

Die Bermudas waren schon immer ein teures und sehr exklusives Reiseziel für die Oberklasse. Daher besteht auch kein Mangel an erstklassigen Golfplätzen für diejenigen, die es sich leisten können.

Die berühmten rosafarbenen Strände (Elbow Beach) findet man im Süden der Insel. Gesäumt von Palmen und türkisblauem Meer steht dem perfekten Traumurlaub hier wirklich nichts im Wege – vorausgesetzt man bringt das nötige Kleingeld mit.

Wie blau der Himmel wirklich sein kann haben wir heute bei unserem ersten Landgang auf den Bermudas entdeckt. Mit dem Sonnenuntergang verlassen wir das farbenprächtigen Archipel und setzen Kurs Richtung Osten nach Port Canaveral in Florida.

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