Mit dem Schiff durch die Baltische See

_ _

Helsinki – moderne Metropole des Nordens.

In dieser Stadt treffen traditionell-östliche Exotik und zeitgemäß-skandinavischer Stil aufeinander. Moderner Lifestile und städtisches Leben steht im Einklang mit der Natur. Mit rund 635.000 Einwohnern ist Helsinki die mit Abstand größte Stadt Finnlands. Rund ein Fünftel der finnischen Bevölkerung lebt im Großraum Helsinki. Offiziell ist Helsinki zweisprachig mit Finnisch als Mehrheits- und Schwedisch als Minderheitssprache. Straßen haben daher immer einen finnischen- und schwedischen Namen.

 

Die Nacht war eigentlich viel zu kurz. Aber Kaffee und „Egg-Benedikt“ bringen die feierwütige Gesellschaft schnell wieder auf Touren. Vom Hafen bis in die Innenstadt sind es zu Fuß ca. 2,5 km. Mit gutem Schuhwerk und wolkenlosem Himmel sollte diese Distanz zu bewältigen sein. Wir bekommen spontan nette Gesellschaft von einem deutschen und ein englisches Paar, die sich unserer kleinen Tour anschließen. Gemeinsam machen wir uns vom Kreuzfahrt-Terminal Hernesaari auf zu ersten Ziel der Flaniermeile Esplanadi. Am östlichen Ende liegt der Marktplatz (Kauppatori).

Auf dem belebten Markt rund um das heimliche Wahrzeichen Helsinkis – den Havis-Amanda Brunnen – werden Fisch, Beeren, Lappland Food und typisch, finnische Sommerkleidung angeboten. Die Preise sind teilweise enorm hoch. Aber die Qualität der Waren sieht frisch und verführerisch aus.

In Sichtweite des Hafens erhebt sich auf der Halbinsel Katajanokka der dunkelrote Ziegelbau der russisch-orthodoxen Uspenski-Kathedrale (1868). Der Innenraum überrascht mit üppigen, goldverzierten Heiligenbildern und filigran bemalten Säulen. 

Helsinki gilt als Hochburg des Klassizismus. Aber auch der Jugendstil prägt das Stadtbild an vielen Stellen.

Das repräsentative Zentrum Helsinkis liegt rund um den Senatsplatz (Senaatintori). Domkirche, Senatsgebäude und die Universität bilden ein einzigartiges, klassizistisches Ensemble, dass den Begriff „Weiße Stadt des Nordens“ verdient hat. Zufällig entdecken wir einen unscheinbaren „Hintereingang“ in die Domkirche. Durch das steinerne Fundament, das einen Ausstellungsraum und ein kleines Café beherbergt, gelangen wir in das schlichte, in Weiß gehaltene Innere des Kirchenraums. Der einzige Schmuck sind Statuen der Reformatoren Martin Luther, Philipp Melanchthon und Mikael Agricola. Interessanter als der schlichte Innenraum ist der wunderbare Blick den man beim Verlassen des Domes über den Senatsplatz erhält. 

Zahlreiche Restaurants, Hotels Boutiquen und Designerläden reihen sich auf der Pohjoisesplandi aneinander und versprühen den Flair einer mondänen Großstadt. Darunter das historische Hotel Kämp in dessen Spiegelsaal sich Politiker und Literaten kurz vor der Unabhängigkeit Finnlands hitzige Debatten lieferten. Einen Flashback in die schrillen 60er erlebt man bei Marimekko – das Kultmodelabel betreibt in Hausnummer 31 eine Filiale. Beim Spaziergang durch den Stadtteil Kamppi lernen wir das Jugendstilviertel Helsinkis kennen, Unser Ziel ist jedoch die Felsenkirche (Temppeliaukio-Kirke), die sich hinter einem unscheinbaren Eingang verbirgt. Dieser sehens- und hörenswerte Innenraum wurde in den 1960er Jahren erbaut. An der Decke des kreisförmigen Saals wurde ein Dach aus Kupfer und Glas eingesetzt.

Wir nutzen den Nachmittag und wollen noch einen Abstecher in den Stadtteil Töölö zum Sibelius-Park machen. In westlicher Richtung liegt zwischen Birken und glatten Felsen das große, orgelförmige Sibelius-Denkmal, das dem bekannten finnischen Komponisten Jean Sibelius 1967 gewidmet wurde. Das abstrakte und zu jener Zeit kontrovers diskutierte Kunstwerk setzte sich zum Ziel die Essenz der Musik Sibelius` einzufangen.

Hin und wieder bringt ein Windstoß die von Elina Hiltunen entworfenen, 600 wellenförmigen Stahlrohre zum Klingen. Ein magischer Moment!

Viele neue Eindrücke der finnischen Hauptstadt begleiten uns auf dem Fußmarsch (ca. 4 km) zurück zum Schiff. Gegenüber vom Yachthafen entdecken wir noch ein kleines Café in einem der typisch skandinavischen, roten Holzhäuschen. Zeit für eine kulinarische Entdeckung bleibt uns noch. Im Regatta Café duftet es verführerisch nach frischem Zimt, Kuchen und Kaffee. Die Auswahl an Plundergebäck, Torten und herzhafter Leckereien ist groß und im Garten vor dem Haus wartet schon ein kleiner roter Tisch mit zwei bequemen Stühlen in der Nachmittagssonne auf uns. Perfekter kann man so einen Tag nicht abschließen!!

3 Antworten auf „Mit dem Schiff durch die Baltische See“

  1. So nice to bring back those wonderful memories of the baltic cruise to us!! Hope to get more of that soon (in english)! I‘m a big fan of you blog

    XO

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.