Mit dem Schiff durch die Baltische See

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Zwischen Paddle-Tennis und Captains-Cocktail.

Um sich die Zeit zwischen der obligatorischen Nahrungsaufnahme etwas zu verkürzen, empfiehlt sich die körperliche Ertüchtigung in Form vom Paddle-Tennis, Shuffleboard oder die Frequentierung des Pools. Der Genussmensch jedoch kann nicht aus seiner Haut und schließt sich einer Weinverkostung an, gefolgt von einem ausgedehnten Mittagessen zu dem der Chefkoch persönlich eingeladen hat. Es wird geschlemmt, gelacht und geplaudert – schließlich ist ja alles im Preis inklusive.  Sehr beliebt sind Spaziergänge auf Deck 3. Ein Walkathon (3 Runden) ist ca. 1,5 km. Wer lieber seine grauen Zellen trainieren möchte kann dies im Pub tun: Quiz, ein frisch gezapftes Ale und Fish &Chips.

Heute Abend bittet der Captain zum zum Cocktail in den Queens Room. Für ein Erinnerungsfoto, in Verbindung mit einer persönlichen Begrüßung steht man gerne mal beim Kapitän Schlange (Captains queue). Es werden Champagner und Häppchen gereicht, über dies und das geplaudert und die neue Abendgarderobe ausgeführt. Ein Fixpunkt nach dem Dinner ist der Besuch des Royal Court Theaters. Shows, Musicals, Bands oder Comedians zeigen dem Publikum was sie können. Wer Glück hat trifft einen der Stars am nächsten Tag im Aufzug oder beim Frühstück.

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Zu Gast in der estnischen Hauptstadt.

 Die Hauptstadt am Finnischen Meerbusen ist mit 430.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes und sowohl, wirtschaftliches als auch politisch und kulturelles Zentrum. Der Domberg, das Wahrzeichen der Stadt, erhebt sich 50 m über die Unterstadt und beherbergt noch heute das Parlament und die Regierung. Die Tallinner Altstadt ist seit 1997 im UNESCO-Weltkulturerbe als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“ gelistet.


Als wir in unseren Luxuskojen erwachen liegt die Queen Elizabeth schon fest vertaut im Hafen von Tallinn. Nach der Völlerei gestern gibt es heute nur ein kleines Frühstück. Die Gangway öffnet um 08:00 Uhr und wir wollen den Tag nützen. Vom Hafen in die Stadt sind es nur 15 Min. Fußmarsch. Für weniger Motivierte gäbe auch einen kostenlosen Shuttlebus. Tallinn erwacht gerade und wir genießen es, die Stadt fast für uns alleine zu haben.

Das Zentrum bildet der Rathausplatz mit seinem gotischen Rathaus und den stattlichen Gebäuden. Ein kleines Abenteuer ist die Besteigung des Turms der vom der Figur des Stadtknechts „Alter Thomas“ (estn. Vana Toomas) geschmückt wird. Der Ausblick über Stadt und Hafen ist wunderbar, allerdings wird die Treppe am Ende sehr (sehr) eng und abenteuerlich. Gleich gegenüber befindet sich eine der ältesten Apotheken Europas: Die Ratsapotheke (estn. Raeapteek) wurde 1422 erstmals urkundlich erwähnt und bietet eine interessante Ausstellung mit original Utensilien der letzten Jahrhunderte und selbstgemachte Hausmittel und Tees. Mal ein sinnvolles Souvenir, über das ich mich bei der nächsten Erkältung sicher freuen werde. Im gleichen Hauseingang befindet sich ein Antiquitäten- und Devotionalienhändler, der – bei näherem Hinsehen – ein breit gefächertes Angebot an Utensilien des 3. Reiches anbietet.

Die Stadt füllt sich und wir machen uns auf zum Domberg (Toompea) um die russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale zu besichtigen. Benannt nach dem russischen Nationalhelden und Heiligen Alexander Jaroslawitsch Newski. Der Sockel des imposanten Gebäudes besteht aus finnischem Granit. Auf den fünf Zwiebeltürmen sind vergoldete Eisenkreuze zu sehen die in der Sonne ihren noblen Glanz präsentieren. 

In den engen Gassen der Altstadt bieten Händler, Künstler und Handwerksbetriebe Waren aus längst vergangenen Zeiten an. Wer schon einmal ein Ritterturnier oder einen Mittelaltermarkt besucht hat, kennt diese Atmosphäre. Kunstvoll verzierte Bleiverglasungen, Töpferwaren, Stickerei und Kleidung. Doch was wäre das Baltikum ohne den berühmten, warm-leuchtenden Bernstein (Succinit). Der weißlich- bis gelb/braune Schmuckstein aus fossilem Harz ist ein beliebtes Souvenir bei den Damen. Leider sind die meisten Stücke schlecht und lieblos verarbeitet. In Tallinn finden wir jedoch einen Laden, der zeitgemäßes Design und hochwertig verarbeitete Stück anbietet. Der Legende nach soll der Bernstein den Träger vor allerlei Krankheiten schützen. Ich werde dies ausgiebig testen und berichten.

Der Tag neigt sich dem Ende zu und bevor wir an Bord gehen wagen wir noch eine Fahrt mit einem Riesenrad, das in der Nähe auf einem kleinen Rummelplatz steht. Wir sind die einzigen Gäste – beim Einstieg in die Gondel wissen wir auch warum. Der letzte TÜV ist hier schon einige Jahre her, lose Schauben, wacklige Bretter… Das Ganze macht keinen sehr vertrauenswürdigen Eindruck, aber eh wir uns versehen drehen wir schon die erste Runde, ABENTEUERLICH!!! Aber der Ausblick auf den Hafen, die Stadt und das Schiff waren es wert.

TIPP: In allen öffentlichen Bereichen und Plätzen gibt es gratis WLAN.

 

3 Antworten auf „Mit dem Schiff durch die Baltische See“

  1. So nice to bring back those wonderful memories of the baltic cruise to us!! Hope to get more of that soon (in english)! I‘m a big fan of you blog

    XO

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