Baltischer Sommer, weiße Nächte und prachtvolle Paläste, Nord- & Ostsee-Reise

 

 

 

Reiseroute: Southampton (UK) – Kristiansand (NO) – Kopenhagen (DK) – Warnemünde (DE) – Tallinn (EE) – St. Petersburg (RU) – Helsinki (FI) – Stockholm (SE) – Southampton (UK)

 

Tag 1: Anreise nach Southampton / Check-in

 

Ob wirklich Seemannsblut in unseren Adern fließt würde sich in den nächsten 14 Tagen herausstellen. Ein wenig Respekt hatten wir schon als wir uns früh morgens auf den Weg zum Flughafen machten, denn eigentlich wussten wir nicht so recht was da auf uns zukommt.

Vertragen wir den Seegang? Wie winzig sind die Kabinen an Board wirklich? Drücken wir den Altersdurchschnitt um 50 Jahre? Die Vorfreude beflügelte unsere positiven Gedanken und nach gut eineinhalbstündigem Stunden Flug lichtete sich die Wolkendecke über dem Ärmelkanal und unter uns präsentierte sich die britische Hauptstadt in ihrer vollen Pracht.

Zwei englische Ladies im besten Alter, ausgestattet mit einem CUNARD Namensschild und einem freundlichen Lächeln, heißen uns am Gate äußerst herzlich willkommen. Nach guter britischer Manier wird noch kurz über das Wetter geplaudert und ehe wir uns versehen sitzen wir schon mit einigen anderen Reisenden im Bus Richtung Southampton Cruise Port (Fahrzeit je nach Verkehr ca. 1,5 h). Als die ersten Möwen am Himmel auftauchen sieht man von weitem schon zwischen der Häuserzeile am Hafen den riesigen, roten Schornstein des Schiffes – unseres Schiffes. Und so langsam bekommt man eine Idee auf welches Abenteuer man sich da eingelassen hat. Imposant ragt vor uns ein mächtiger, dunkelblauer Schiffsrumpf aus dem Wasser, an dem sich einige Matrosen mit Eimer und Farbe zu schaffen machen. Mit dickem Tauwerk fest am Kai verankert liegt die Queen Elisabeth im Hafen und begrüßt erhaben ihre Passagiere – ein beeindruckender Anblick.

Im neu erbauten Terminal werden wir schnell zum Check-in aufgerufen; die Dame am Schalter ist auch hier sehr zuvorkommend und freundlich, nimmt unsere Daten auf, macht noch schnell ein Foto für die elektronische Boardkarte* und schon geht es zu den Sicherheitskontrollen, wo Handgepäck und Passagiere nochmal gründlich durchleuchtet werden. Denn Sicherheit steht an erster Stelle und gefährliche Gegenstände und Flüssigkeiten haben auf Kreuzfahrtschiffen keinen Platz – ein gutes Gefühl! Über eine Gangway gelangt man direkt in das Herzstück des Schiffes, die Grand Lobby.

Endlich ist es soweit: „Welcome on Board!“.

 

Elegant geschwungene Treppen und Art Déco Elemente, dicke Teppiche und geschmackvolle Blumenarrangements versprühen ein elegantes, historisches Flair. Ein gleichermaßen komfortables wie nostalgisches Erlebnis. Das Schiff hält auch innen was es von außen verspricht. Aber wo geht es denn nun zu unserer Kabine? Ich muss zugeben, die Orientierung fällt in den ersten Tagen etwas schwer, deshalb empfiehlt es sich ein kleiner Faltplan zur Orientierung. Später wird dies ein Kinderspiel für Sie sein!

Endlich, Kabine gefunden! „Welcome on board“ steht da auf einem kleinen Schild neben einer gekühlten Flasche Champagner. Die Balkonkabine ist mit einem großen Kleiderschrank, einem Doppelbett, Schreibtisch, Couch und einem kleinen Tisch geschmackvoll eingerichtet, sehr sauber und in einem guten Zustand. Überall gibt es raffiniert versteckten Stauraum so dass alle Habseligkeiten gut untergebracht werden können. Das Dusch-Bad könnte größer sein, hat aber alles was man braucht: Bademantel, Fön hochwertige Pflegeartikel, Wattepads, …. und wenn etwas fehlt kann dies beim Steward bestellt werden. Womit wir auch schon beim nächsten Thema wären: Unser Steward für alle großen und kleinen Wünsche ist Mel von den Philippinen, der sich auch gleich persönlich vorstellt und für die nächsten 14 Tage unsere gute Fee ist. Übrigens wer auf Kreuzfahrtschiffen deutsches Personal erwartet der wird ziemlich sicher enttäuscht werden. Denn der überwiegende Teil der Besatzung kommt von den Philippinen. Aussnahme bildet die Führungsebene. Aber keine Sorge, das Personal ist sehr freundlich, gut ausgebildet und zuverlässig.

Wer an Board nichts verpassen will der sollte täglich einen Blick in die boardeigene Zeitung „Daily News“ werfen. Hier wird man über aktuelle Veranstaltungen, Kleiderordnung, Ausflüge und aktuelle Begebenheiten informiert. In unserem Fall steht auch gleich der erste Pflichttermin auf der Agenda. Die Obligatorische Notfallübung ist Teil jeder Reise. Via Durchsage bittet der Kapitän alle Passagiere verbindlich an dieser Übung teilzunehmen. Mit Schwimmweste, Kopfbedeckung (und was man sonst so braucht) begibt man sich zur zentralen Sammelstelle und erprobt den Ernstfall, der hoffentlich nie eintreten wird.

Zeit für eine kleine Stärkung und eine erste Erkundungstour an Board oder doch lieber in einem der vielen Deckchairs das Auslaufen beobachten bevor man sich am Abend zum Dinner fertig macht. Anders als bei Costa und Co. gibt es bei CUNARD – ganz im britischen Stil – eine feste Kleiderordnung: Heute ist Informal (heißt übersetzt: Ein Sakko mit optionaler Krawatte für den Herrn, ein Cocktailkleid oder stilvolle Kombination für die Damen).

Vielen mag dies fremd und sonderbar vorkommen, doch wer einmal einen „Formal Evening“ an Board erlebt hat (speziell zu Weihnachten oder Silvester), der wertschätzt diese traditionelle britische Regelung sehr. Und ein schönes Abendessen schmeckt in angemessener Kleidung doppelt so gut als in Badeschlappern, Shorts und T-Shirt. Formelle Kleidung für den Herrn kann an Board übrigens ausgeliehen werden.

Ein klassisches Abendessen im Britania Restaurant besteht aus 4 frei wählbaren Menügängen: Vorspeise / Suppe, Salat, Hauptgang und Dessert. Neben einem vegetarischen Menü wird auch ein kalorienreduziertes Menu angeboten. Lebensmittelunverträglichkeiten werden individuell berücksichtigt. Über die gesamte Reise hinweg hat man einen festen Tisch im Restaurant, kann aber jeder Zeit auch in einem der alternativen Themenrestaurants (Thai, Steak, …) speisen. Es sei noch angemerkt, dass Gästen am Abend im Lido Restaurant (Buffett) auch ohne formelle Kleidung Zugang gewährt wird. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um einen Akt der Nahrungsaufnahme, statt einem Dinner.

Nach dem Abendessen buhlen Theater, Casino oder eine der vielen Bars um die Gunst der Nachtschwärmer. Es war ein langer Tag…     >>

 


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