Eine kulinarische Rundreise durch die Haute-Savoie

Wer sich zur illustren Gesellschaft der Cabriolet-Begeisterten zählt, der weiß, dass ein solches Vehikel nicht allein dem Transport dient, sondern ausschließlich dem Lustgewinn.

Während die Einen es als engen, zugigen und unbequemen Höllenritt titulieren, zelebrieren die Andere das Gefühl von Freiheit, in einem Gefährt in dem man nicht rast sondern gleitet. Nicht umsonst leitet sich der Begriff vom französischen Wort „cabrioler“ ab was soviel bedeutet wie herumtollen oder Luftsprünge machen. Womit wir auch schon beim Thema wären: Was gibt es Schöneres als im Sommer mit offenem Wagen die wundervollen Berg- und Seenlandschaften der Alpen zu erkunden. Mediterranes Flair im Tal und schneebedeckte Gipfel in der Höhe bilden eine einzigartige Kulturlandschaft, die hervorragende Bedingungen für eine entspannte Cabriotour bietet. Die Gegend um den Lac d´Annecy, im französischen Departement Savoyen, steht schon lange auf der „Places-to-be-before-we-die-Liste“.

Die Wettervorhersage könnte für Ende August nicht besser sein. Sonnenschein und heiße +29°C am Tag. Die Anreise erfolgt über die Schweiz, vorbei am eleganten Genfer See wo auch die Grenze nach Frankreich passiert wird. Das Verkehrsaufkommen ist meistens sehr hoch, gerade in den Sommermonaten sind die Hauptverkehrsstraßen in den französischen Süden stark frequentieren, daher sollte man genug Zeit für die Anreise einplanen. Vom schweizerischen Genf ist es nur noch ein Katzensprung bis Annecy.

Die Stadt (136.000 Einwohner) am gleichnamigen Lac d´Annecy war bereits in der Frühgeschichte besiedelt. Nahe dem heutigen Hafen befand sich Pfahlbauten die später durch den Bau der römischen Villa Aniciaca ersetzt wurden. Die eigentliche Stadt – damals noch Annecy-le-Neuf – entwickelte sich im 12. Jh. am Fuß der Burg. Ab dem 16. Jh. erlangte der Ort erstmals Bedeutung, als er Genf als Landeshauptstadt ablöste. Heute ist Annecy eine charmante Kleinstadt, die von den Franzosen liebevoll „das Venedig Savoyens“ genannt wird und zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Die einzigartige Lage am See, der Fluss Thiou und der Vassé-Kanal verleihen der Stadt mit ihren farbenfrohen Gebäuden einen unvergleichlich-mediterranen Touch und erinnern an südliche Gefilde jenseits der Alpen.

Ausgangspunkt für unsere Unternehmungen ist das imposante Hotel L´Imperial Palace mit seiner eleganten Fassade. Es liegt etwas außerhalb des Zentrums, direkt am See und der Strandpromenade. Die Zimmer sind großzügig geschnitten und der Blick über den See auf jeden Fall zu empfehlen. Allerdings sind Ausstattung und Design schon etwas in die Jahre gekommen. Hier sollte mal nachgebessert werden.

Das nahegelegene Zentrum erreicht man nach einem kurzen Fußmarsch durch die gepflegten Parkanlagen am See. Die laue Abendstimmung taucht das historische Zentrum mit seinen vielen Kanälen, Cafés, Restaurants und Geschäften in mediterranes Flair. Es herrscht eine lebhafte Atmospähre in den kleinen Gassen und es bieten sich an allen Ecken Gelegenheiten, lokale Köstlichkeiten zu probieren.

Der kulinarische Reiz der französischen Alpenregionen beruht auf der Frische und Qualität der Produkte, weniger auf der raffinierten Zubereitung. Frischer Fisch aus den Seen und Flüssen, Käse von der Alm, Pilze und Kräuter aus den Wäldern. Ein charmantes Restaurant am Kanal bietet als „Suggestion Poisson“ fangfrischer Saibling direkt aus dem See an. Zusammen mit frischem Marktgemüse und einer schönen Flasche Riesling Grand Cru von unserem Lieblingswinzer aus dem Elsass ein perfekter Start in den Abend. Das Preisniveau ist gehoben, rechtfertigt aber durchaus die Qualität der Speisen und den freundlichen Service.

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